17. Spieltag - Samstag, 26.11.2011 - 14:30 Uhr
FC Neustadt - DJK Villingen 3 : 1 (1:1)
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Vorbericht
Südkurier, 25. November 2011
FC Neustadt gegen DJK Villingen: Duell der Enttäuschten
Fußball-Landesliga: FC Neustadt – DJK Villingen (Samstag, 14.30 Uhr). Für beide Mannschaften gilt: Die Trainer wollen nach zuletzt enttäuschenden Leistungen eine Reaktion und Wiedergutmachung sehen.
Während Villingen durch die Heimniederlage gegen Königsfeld weiterhin auf einem Abstiegsplatz steht, kassierte Neustadt in den jüngsten drei Partien ausschließlich Niederlagen mit jeweils vier Gegentoren.
Neustadts Trainer Heiko Geng war unter der Woche noch mächtig angefressen. Die Art und Weise, wie sich seine Elf beim 0:4 in Rielasingen förmlich ihrem Schicksal ergab, schmeckte dem Coach überhaupt nicht. Schon am Montag mussten seine Spieler „sehr hart trainieren“. Wie, darauf will Geng nicht näher eingehen. Klar ist, dass die Spieler geschlaucht nach Hause gingen. Unabhängig vom Ergebnis gegen die Villinger will Geng eine Reaktion auf dem Platz sehen. „Im letzten Heimspiel vor der langen Winterpause geht es auch darum, sich mit einem ordentlichen Gesamteindruck von den eigenen Zuschauern zu verabschieden. Daher erwarte ich eine Mannschaft, die mit einem unbedingten Siegeswillen auftritt und sich zerreißt.“
Beim Hinspiel klappte das noch sehr gut. Neustadt setzte sich in Villingen klar mit 4:0 Toren durch. Zwischenzeitlich hat jedoch eine bedenkliche Abwärtsspirale eingesetzt, die die Hochschwarzwälder stoppen wollen. Deshalb hat für Geng das Hinspielergebnis auch keinerlei Bedeutung mehr.
Eine Wiedergutmachung verlangt auch Sascha Galasso, der zusammen mit Matthias Jäckle und André Herbst das Interimstrio auf der Trainerbank der DJK Villingen bildet. „Unsere Zusammenarbeit funktioniert ganz gut. Nur muss die Mannschaft unsere Vorgaben umsetzen“, verlangt Galasso. Warum es zuletzt gegen Königsfeld nicht klappte, liegt für Galasso auf der Hand: „Die Einstellung bei einigen Akteuren stimmte nicht. Die Mannschaft muss endlich abrufen, was sie wirklich kann. Wir geben nur das System und die taktische Ausrichtung vor. Die Umsetzung muss auf dem Platz erfolgen.“
Noch offen ist bei der DJK, ob die gegen Königsfeld verletzt ausgeschiedenen Pascal Stoll und Manuel Laermann wieder einsatzbereit sind. Galasso: „Das wird sich erst kurzfristig entscheiden.“ Davon hängt auch ab, ob es Veränderungen in der Anfangsformation gibt. Galasso: „Beide Mannschaften scheinen etwas angeschlagen. Wir müssen jenes Team sein, das schneller in die Spur zurückfindet.“
Spielbericht
Südkurier, 28. November 2011
FC Neustadt entscheidet Derby gegen DJK Villingen in Schlussphase
FC Neustadt gewinnt Schwarzwald-Derby gegen DJK Villingen mit 3:1 Toren
Fußball-Landesliga: FC Neustadt – DJK Villingen 3:1 (1:1) – (aja) Mit dem Sieg gegen die abstiegsgefährdeten Villinger verabschiedete sich Neustadt mit einem Erfolgserlebnis in die Winterpause. Das Spiel war in der ersten Halbzeit völlig offen, wobei die Gäste zunächst zielstrebiger agierten und mit schnell vorgetragenen Angriffen die Neustädter Viererkette immer wieder forderten. In der 36. Minute knallte der auffällige Janko Dawda einen Freistoß aus gut 20 Meter Entfernung an den linken Torpfosten. Der Abpraller landete vor den Füßen von Tolga Selcuk, der den Ball aus kurzer Distanz nur noch ins leere Tor schieben musste.
Im Gegensatz zu den vergangenen zwei Spielen zeigte Neustadt sofort eine Reaktion und setzte die Gäste unter Druck. Bei der ersten flüssigen Kombination über Spielmacher Peter Schubnell, der Torjäger Saliou Aborida im Strafraum freispielte, hatten die Gäste Glück. Der Schuss landete direkt in den Armen von Torhüter Timo Eisenbeis. Fünf Minuten später folgte ein schneller Konter über die rechte Seite, ausgehend von Josip Katava. Alex Ambs passte auf Johannes Ketterer, der von der Strafraumgrenze mit einem satten und noch abgefälschten Flachschuss ins linke untere Toreck zum 1:1 traf. Kurz vor dem Halbzeitpfiff hatte Alexander Ambs den Führungstreffer auf dem Fuß, doch sein Geschoss wurde mit dem Kopf von Gästespieler Niederauer, der zu Boden ging, zur Ecke gelenkt.
In der zweiten Halbzeit boten die Gäste noch etwa 20 Minuten Paroli. Dann wurde Neustadt immer stärker und hatte gute Chancen. Immer wieder schalteten sich die Abwehrspieler Bruhn und Lickert ein und versuchten mit Kopfbällen zum Erfolg zu kommen. In der 79. Minute spielte sich Schubnell in der Mitte durch und schickte Aborida mit einem präzisen Pass auf die Reise. Aborida traf am herauslaufenden Gästetorhüter vorbei flach ins untere linke Toreck. Zwei Minuten vor Spielende erzielte Aborida mit seinem zweiten Treffer den Endstand. nachdem er einen Querpass von Ambs in die linke untere Torecke einschoss.
Tore: 0:1 Selcuk (36.), 1:1 (41.) J. Ketterer; 2:1 (79.) Aborida, 3:1 (88.) Aborida; bes. Vork.: Rote Karte Niederauer (87./Villingen); Schiedsrichter: Ehing (Engen), Zuschauer: 200.
Nachbetrachtung
Südkurier, 25. November 2011
Nur zwei Schwarzwälder Landesligisten überwintern einstellig
Magere Zwischenbilanz der fünf Landesliga-Vereine. DJK Villingen und Königsfeld im Tabellenkeller
Fußball-Landesliga: (daz) Das Bild, das die fünf Schwarzwälder Landesligisten in der Liga bis zum Beginn der Winterpause abgeben, ist nicht gerade erfreulich. Bester Klub aus dem Quintett ist der FC Neustadt auf Rang acht. Mit der DJK Villingen und dem FC Königsfeld befindet sich ein Duo auf Abstiegsplätzen. Noch längst nicht gesichert sind der FC Furtwangen und die DJK Donaueschingen.
Mit dem 3:1-Sieg gegen die DJK Villingen gelangen dem FC Neustadt die erhofften drei Punkte. „Wir haben läuferisch und kämpferisch das gezeigt, was ich sehen wollte. Fußballerisch war es kein Fest. Die drei Punkte vor der Pause waren enorm wichtig für die Psyche, wobei wir völlig verdient als Sieger vom Platz gegangen sind“, resümiert Neustadts Trainer Heiko Geng. Was der Trainer bisher vermisste, waren die konstanten Leistungen. „Wir haben die Saison gut angefangen und sind dann immer schlechter geworden.“ Am zweiten Spieltag war Neustadt Tabellenführer. Mittlerweile steht die Elf auf Rang acht. Geng: „Bei uns herrschte zu viel Unruhe, was sich auf die Mannschaft übertragen hat.“ Personelle Veränderungen wird es kaum geben. „Von Spielern, die sich mit Abwanderungsgedanken tragen, weiß ich nichts“, so der Trainer.
Der DJK Donaueschingen droht auf Rang neun eine Saison im Niemandsland der Tabelle. Sechs Punkte beträgt der Rückstand auf Platz acht, neun Zähler der Vorsprung auf die drei Abstiegsplätze. „Uns fehlt die Konstanz in den Leistungen. Deshalb müssen wir darauf achten, dass der Druck der hinter uns platzierten Mannschaften nicht so groß wird“, sagt Trainer Ovidiu Naidin. Nach einem schlechten Start stand die Elf am achten und neunten Spieltag sogar auf Platz zwei, bevor es wieder nach unten ging. „Als einige Spieler das Studium aufnahmen, Verletzungen und Sperren hinzukamen, haben wir nicht mehr unser Potenzial abgerufen“, macht der Coach deutlich. Vor allem langzeitverletzte Spieler wie Martin Gihr, Mario Köhler oder zuletzt Jens Kümpers fehlten an allen Ecken und Enden. Naidin: „Hinzu kam, dass uns das Glück verlassen hat. Die jüngsten drei Partien waren alle gut, aber wir haben nicht gepunktet.“ So war es auch am Sonntag gegen Dettingen, als die Taktik des Trainers lange aufging, bevor ein umstrittener Elfmeter gegen die DJK gepfiffen wurde. Naidin: „Das war nie und nimmer ein Strafstoß. Mein Spieler hat geschworen, dass er seinen Gegner nicht berührt hat. Unterm Strich waren es zwei blöde Tore, die uns zumindest einen Teilerfolg gekostet haben.“ Allerdings war der Coach mit dem Abschluss seiner Akteure nicht zufrieden. Naidin zählte allein in der ersten Halbzeit „sechs Riesen für uns“. Eigentlich hatte der Coach die treuen DJK-Fans mit einem Erfolgserlebnis beschenken wollen. Letztlich aber war es ein DJK-Spieler, der den Gästen das 0:2 schenkte. Naidin: „Da hat er offenbar mit den Geschenken etwas verwechselt.“
Mit nur sieben Niederlagen in 17 Spielen hat der FC Furtwangen von allen Mannschaften ab Rang sieben die wenigsten Partien verloren. „Uns haben die vielen Punkteteilungen eine bessere Platzierung gekostet“, sagt Spielertrainer Tim Heine. Sechs Mal, und damit so oft wie kein anderer in der Liga, ging Furtwangen mit einem Unentschieden vom Platz. Zuletzt gelang es der Elf, noch etwas draufzupacken, so dass Furtwangen mit 18 Punkten und damit sechs Zählern Vorsprung auf die Abstiegsplätze überwintert. Heine: „Wir haben noch Luft nach oben und streben im Frühjahr die einstelligen Tabellenplätze an.“ Am Samstag, beim 3:1-Sieg gegen den Hegauer FV, passierte genau das, was die Heine-Elf vermeiden wollte: ein frühes Gegentor. Immerhin dauerte es keine 60 Sekunden, bis wieder der Ausgleich geschafft wurde. „Auf dem Hartplatz war von vornherein klar, dass es keinen Schönheitspreis geben wird. Die erste Halbzeit war noch etwas zerfahren. Später haben wir uns gut in die Partie reingebissen“, fügt Heine an. Mit Patrick Staudt und Marcel Wetzig mussten zwei Furtwanger ins Krankenhaus gebracht werden, Staudt mit Verdacht auf Nasenbeinbruch und Wetzig mit ausgekugeltem Finger. Die Elf steckte das weg. Heine hat bereits die Fitnesspläne für den Winter verteilt. „Aktive Erholung ist mir wichtig. Ich bin mir sicher, dass die Jungs meine Vorgaben einhalten.“
Ein „super Landesliga-Spiel“ sah Sascha Galasso, einer der drei Interimstrainer der DJK Villingen, trotz der 1:3-Niederlage seiner Elf in Neustadt. „Wir sind verdient mit 1:0 in Führung gegangen, agierten dann aber zu hektisch. Unterm Strich geht der Sieg für Neustadt in Ordnung, wobei unsere Mannschaft ein Kompliment für die Leistung verdient“, resümiert Galasso. Die DJK überwintert auf Rang 14. Galasso: „Wir haben schwer in die Saison gefunden und lange für den ersten Heimsieg gebraucht. Das ist ein gewichtiger Grund, warum wir so weit unten stehen.“ Hinzu kam der Trainerwechsel, der für Unruhe sorgte, als Günter Hirsch gehen musste. Als auch einige Schlüsselspieler verletzt ausfielen, ging der Rhythmus zeitweise verloren. Galasso ist sich sicher, dass im Frühjahr der Klassenerhalt geschafft wird. „Wir haben eine junge Mannschaft. Auf einigen wichtigen Positionen stehen Spieler, die noch im Lernprozess sind. Für uns ist der viertletzte Platz das primäre Ziel.“ Noch vor Weihnachten will die DJK Villingen einen neuen Trainer präsentieren.
Dass vor Aufsteiger FC Königsfeld eine schwierige Saison liegen würde, war schon vor dem ersten Anpfiff klar. Nach dem Durchmarsch durch die Bezirksliga betrat der Verein absolutes Neuland. Die ersten vier Spieltage hielt sich die Elf über dem Strich, der die drei Abstiegsplätze trennt. Zehnmal stand Königsfeld ganz am Tabellenende. Diesen Platz nimmt die Elf nach der jüngsten 0:3-Niederlage gegen die Spvgg. F.A.L. wieder ein. Ein winziges Törchen ist Königsfeld schlechter als der Tabellenvorletzte VfR Stockach. „Wir haben in der ersten Halbzeit zu passiv gespielt. Dem ersten Tor ging wieder ein Fehler von uns voraus. In der zweiten Halbzeit hat die Einstellung gestimmt, doch uns fehlte das Glück“, sagt Trainer Patrick Fossé. Seine Elf traf den Pfosten und kassierte im Gegenzug das 0:2. Auch deshalb sagt Fossé: „Wir haben uns durch die individuellen Fehler selbst geschlagen. Aufgeben werden die Königsfelder nicht. Im Gegenteil: Fossé ist zuversichtlich, dass für den Neuling im Frühjahr noch etwas geht. Das erste halbe Landesligajahr habe der Elf geholfen, wichtige Erfahrungen zu sammeln. „Wir haben gesehen, dass wir Spieler wie Christian Moosmann oder Lennard Stürmer nicht ersetzen können. Ich bin mir sicher, dass fünf, sechs Mannschaften noch längere Zeit im Tabellenkeller stehen werden. Mit einer vernünftigen Vorbereitung ist für uns noch einiges machbar“, bleibt Fossé zuversichtlich. Er habe den Spielern die Hausaufgaben für die nächsten Wochen mitgegeben. Königsfeld wird auch nach der Pause der Mannschaft vertrauen, die den Aufstieg geschafft hat. Eine offensive Suche nach Neuzugängen schließt der Trainer aus. Falls Spieler aus eigenem Antrieb an die Königsfelder Tür klopften, sei die Sachlage jedoch eine andere.
FCN
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